Sin Moo Hapkido

Sin Moo Hap Ki Do ist eine koreanische Kampfkunst die Mitte des 20. Jahrhunderts von Ji Han-jae entwickelt wurde. Die Worte Hap Ki Do bezeichnen die Koordination von Wille, Körper und Geist. Das Training im Sin Moo Hap Ki Do konzentriert sich auf die Fähigkeit zur Selbstverteidigung und beinhaltet neben offensiven Schlag- und Tritttechniken auch Hebel-, Wurf- und Kontertechniken zur Verteidigung in allen Distanzen (kurze und weite Distanzen, Bodenkampf usw.). Fortgeschrittene Schüler lernen auch viele klassische Waffentechniken (Messer, Schwert, Kurz- und Langstock, Spazierstock, Seil, Tuch, Gürtel, Fächer etc.). Weiters werden durch Ablenkungs-, Umlenkungs- und Fixierungstechniken gegnerische Angriffe unter Kontrolle gebracht. Da bei diesen Techniken Kraft kein entscheidender Faktor ist, ist Sin Moo Hapkido sowohl für Männer wie auch für Frauen unabhängig vom Alter geeignet.

Schläge und Fußtritte

Sin Moo Hapkido verwendet eine vielzahl an Schlagtechniken die Faust, Handkanten, Handflächen, Fingerstiche und auch Techniken mit den Ellenbogen beinhalten. Desweiteren enthält der Stil 25 Basiskicks die sinnvoll in Selbstverteidigungssituationen zum Kontern eines Angriffes eingesetzt werden können. Viele der Tritte wurden entwickelt, um auch an Plätzen mit wenig Raum oder vielen Menschen Anwendung zu finden. Zusätzlich wird auch eine Vielzahl an Sprung- und Kreistritten sowie eine Vielzahl an Trittkombinationen gelehrt.

Haltegriffe, Hebel und Würfe

Haltegriffe und Hebel werden hauptsächlich dazu verwendet, um einen Angreifer zu kontrollieren ohne diesen zu verletzen. Würfe ermöglichen es, die Kraft des Gegners soweit umzulenken, dass man diesen ohne eigenen Kraftaufwand zu Boden bringen kann. Diese Techniken werden in erster Linie  defensiv eingesetzt, finden aber mit fortgeschrittenem Training auch offensiv Anwendung. Gerade in den höheren Graden wird eine Vielzahl an Angriffstechniken, die aus Variationen und Kombinationen der Basistechniken bestehen, unterrichtet.

Video Impressionen

Trainingszeiten:

TagUhrzeit
Montag20:40 – 21:55
Freitag18:00 – 19:15

Die Prinzipien des Hapkido

Alle Techniken des Hapkido basieren auf 3 Grundprinzipien: dem Prinzip des Kreises, des Flusses und der Einwirkung. Erst das ineinandergreifen dieser Prinzipien ermöglicht es, auch die Kraft eines stärkeren Gegners umzulenken und gegen diesen einzusetzen.

Das Prinzip des Kreises

Alle Bewegungen sind harmonisch und rund. Jeder Angriff wird in einem Kreis abgelenkt. Dadurch kann man die Kraft eines Angreifers umleiten oder sogar gegen diesen einsetzen.

Das Prinzip des Flusses

Wie der Fluß, der sich überaus nachgiebig dem Landschaftsbild anpaßt und doch im Moment der Stauung eine gewaltige Kraft entwickelt, so reagiert auch der Hapkidoka einfühlsam auf den Gegner, um im entscheidenden Moment sein angestautes “ Ki“, seine Energie, durch die Technik in den Gegner fließen zu lassen. Fluß zeichnet sich durch die fließenden Techniken wie auch durch den Energiefluß aus.

Das Prinzip der Einwirkung

Durch blitzartige, kaum zu bemerkende Bewegungen wird der Angreifer zu reflexartigen Gegenbewegungen veranlaßt, die dann in einer Folgetechnik ausgenutzt werden. Die Einwirkung kann sowohl körperlich wie auch geistig sein. Durch diese Prinzipien und die gleichzeitige Kraftausnutzung ist es auch schwächeren Personen möglich, sich erfolgreich gegen Stärkere zu verteidigen.

Zur Geschichte: Sin Moo Hap Ki Do nach Dojunim Ji Han Jae

Spricht man über die Geschichte des Sin Moo Hap Ki Do, so ist ganz besonders Choi Yong Sul zu erwähnen. Er bildete viele erstklassige Kampfkünstler aus, die später selbst Hap Ki Do unterrichteten, allerdings benutzte er den Namen Hap Ki Do nicht als Erster.
Die meisten Fußtechniken waren nicht Teil seiner Lehre.

GM Choi Yong Sul (1904 – 1986)

Choi Yong Sul wurde 1904 in Choong in der Provinz Chung, Korea, geboren.

Um 1912 starben seine Eltern, worauf ihn ein Süßwarenhändler mit nach Japan nahm. Choi hatte jedoch starkes Heimweh und weinte die meiste Zeit. Daraufhin wurde er vom Händler verstoßen und musste als Bettler auf der Straße leben, wo er viele Straßenkämpfe mit anderen Kindern hatte.

Allerdings verfügte er über eine besondere Ausstrahlung, weswegen ein gebildeter Japaner auf ihn aufmerksam wurde und ihn adoptierte. Von ihm wurde er zur Schule geschickt, um Japanisch zu lernen. Choi interessierte die Schule aber nicht und er war ständig in Kämpfe verwickelt. So wurde er gefragt, ob er lieber zur Schule gehen oder lieber kämpfen lernen würde. Er wählte das Kämpfen. So wurde er in eine Yawara-Ryu Schule eingeschrieben.

Dort lernte er die nächsten 30 Jahre „Daito Ryu Aiki Jujutsu“ unter GM Shogaku Takeda, bis zu dessen Tod 1943. GM Shogaku Takeda spürte, dass Japan den Krieg verlieren würde, und so sandte er Choi 1945 nach Korea zurück. Dort begann Choi den Stil Hapki Yusul (Aiki Jujutsu) zu unterrichten, welchen er später Yu Kwon Sul (Kunst der weichen/fließenden Faust) nannte.

Dojunim Ji Han Jae (1936 – )

Dojunim Ji Han Jae begann im Alter von 13 Jahren, im Jahr 1945, unter Großmeister Choi in der Stadt Tae Kue (Tegu City) zu trainieren. Bei Choi lernte er auch Taoistische Methoden, welche etwa 90 Prozent Meditation und Geistestraining sowie 10 Prozent Tae Kyon beinhalteten. Nachdem er das Yawara Ryu und die Taoistischen Methoden erlernt hatte, kombinierte er beides und nannte seinen Stil als Erster Hap Ki Do im Jahre 1959.

Hap bedeutet Einheit, Ki bedeutet körperliche und geistige Energie und Do bedeutet Weg.

Nach einem Putsch im Jahre 1961 übernahm General Park die südkoreanische Regierung und wurde Präsident.
1962 hob Präsident Park das Einfuhrverbot für Güter aus Japan auf, und Dojunim entdeckte ein Aikido Buch. Als Ji bemerkte, dass der japanische Schriftzug für Hap Ki Do gleich aussah wie jener für Aikido, änderte er die Bezeichnung seines Stils und nannte ihn Ki-Do.
„Hap“ ließ er einfach weg.

In seiner damaligen Position als Trainer der Leibwächter (300 Mann) des Präsidenten Park hatte Ji sehr viel Einfluss und konnte so die Ki-Do Vereinigung gründen, welche Choi als Mitglied einschloss.
Außerdem gab er einem seiner Schüler ein Zertifikat, das ihn dazu befähigte Prüfungen für die Vereinigung abzunehmen. Dieser jedoch fälschte das Zertifikat, sodass seine Position in der Ki-Do Vereinigung höher war als die von Dojunim selbst.
Daraufhin verließ Ji die Vereinigung und unterrichtete wieder unter dem Namen Hap Ki Do.

Choi unterrichtete weiter das Yawara Ryu, welches er manchmal auch Yu Kwon Sul, Ki Do oder Hap Ki Do nannte.

Nachdem Präsident Park gestorben war, wurde es für Ji politisch sehr schwierig in Korea zu bleiben.
1984 verließ er via Deutschland Korea und ging nach Amerika.
Er fügte die Wörter Sin Moo zu Hap Ki Do hinzu und nannte seinen Stil nun Sin Moo Hap Ki Do.

Sin heißt Geist, höherer Wille, Moo heißt Kampfkunst.
Sin Moo Hap Ki Do vereinigt das Körperlich-Geistige und das Spirituelle miteinander.
Das körperliche Training beginnt mit Hap Ki Do, welches Ji in Korea die Leibwachen lehrte, und geht dann in Sin Moo über.
Sin Moo Hap Ki Do ist auch ein Weg des Lebens.